So eine Gemeinde wünsche ich mir:

Ich bin Rahel.

Das ist nicht mein offizieller Name. Meine Eltern wollten mir diesen Namen geben, entschieden sich dann aber doch für einen etwas profaneren. Als Kind wollte ich lieber Rahel heißen. Aber als ich damals die Bedeutung des Namens erfuhr, fand ich ihn als Kind nicht mehr so gut.

Rahel bedeutet Mutterschaf. Es ist die zweite, aber die geliebte Frau von Jakob. Das zweite geht ja noch in Ordnung, aber warum „Mutterschaf“?

Inzwischen bin ich ausgebildete und m.E, nach erfahrene Pastorin und leibliche Mutter einer wundervollen Tochter. Heute passt Rahel eindeutig besser zu mir als damals. Deshalb habe ich den Namen als „Pseudonym“ oder besser: als meinen geistlichen Namen angenommen. Ohne die Vorauswahl meiner Eltern hätte ich wohl einen ganz anderen Namen gewählt. Aber ich will mir diesen Namen zur Aufgabe machen.

Ich bin also Pastorin, an der Universität und für Freikirchen ausgebildet. Ich habe in Freikirchen und in der Evangelischen Landeskirche (mit)gearbeitet. Ich bin mit vielen verschiedenen Denominationen und Arbeitsgebieten vertraut und denke, für eine Mittfünfzigerin habe ich einiges erlebt und an Erfahrungen gesammelt. Das ist aber nur die fleischliche Seite meines Daseins. Als Pastorin ausgebildet sein kann sogar ein Ungläubiger, wenn das auch etwas schräg wäre. Aber es geht. Denn letzendlich ist es Religion, Psychologie, etwas Literaturwissenschaft und Archäologie, Sprachen, Soziologie und Pädagogik. Alles menschlich „machbar“.

Ich bin aber außerdem von Gott berufen. Das ist etwas, was man nicht studieren und nicht selbst machen kann. Und etwas, das eine Bestätigung von außen bedarf. Es hat sehr lange gedauert, bis ich diese Berufung auch tatsächlich als Berufung spürte. Bis vor kurzem noch sah ich es als Beruf. Aber das ist der fleischlich-weltliche Blick auf diesen merkwürdigen Beruf. Der geistliche Blick darauf ist etwas anders. Da muss man kein Renomée vorweisen, keine besonderen Leistungen. Im Gegenteil: wer als Pastor seine tiefe Unzulänglichkeit kennt, beginnt in allen Dingen, Jesus zu vertrauen und sich selbst nicht mehr als Pastor zu sehen – denn Hirte (=Pastor) ist nur ER – sondern als Leithammel oder Mutterschaf. Das sind die erfahrenen Schafe, die am besten und strengsten auf den Hirten hören und ihm stur folgen und damit die ganze Herde mitziehen, sie geben dadurch allen Orientierung, die keinen so guten Blick auf den Hirten haben oder sich zu leicht ablenken lassen. Manche Tiere (=Menschen) haben es auch schwerer der ganz anderen Spezies „Mensch“(=Gott) zu vertrauen und zu folgen. Deshalb ist ein Leithammel oder Mutterschaf hilfreich, um die Herde mitzuziehen.

Ich habe viele Gemeinden erlebt. Gemeinden, die schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten bestanden. Veränderungen waren ungern gesehen, denn alle hatten sich ja wohl eingerichtet. Und die wenigen, die gingen, weil sie nicht fanden, was sie suchten, zählten nicht für das Establishment.

Deshalb rufe ich jetzt einfach in die Welt-Weite, was ich mir wünsche an Gemeinde. Vielleicht gibt es ja jemanden, dem es auch so geht. Dann wären wie schon drei (mein Mann, du und ich): eine biblische Einheit für garantierte Jesus-Anwesenheit.

SO EINE GEMEINDE WÜNSCHE ICH MIR:

Ich suche eine Gemeinschaft mit wiedergeborenen, neuen Menschen, die aus Gottes Geist geboren sind. Vielleicht kennen sie diese Worte gar nicht oder würden sich so nicht bezeichnen, aber sie sind es weil Gottes Geist in ihnen wohnt. Ich maße mir an, zu erkennen, ob in jemandem Gottes Geist wohnt, auch wenn er das selbst nicht sehen oder sagen könnte. (Andersherum würde ich nicht urteilen wollen: über jemanden, der sich geistbegabt und als echter Christ sieht und doch hohl zu sein scheint, soll Jesus entscheiden, nicht ich.) Deshalb gilt:

Ich suche eine Gemeinde, in der JEDER und JEDE kommen kann, wie er und sie es will, mit allen Fehlern, Problemen und Sünden.

Ich suche eine Gemeinschaft, die sich darin verliert, Jesus nachzufolgen ihn zu sehen und zu tun, was er tut und will. Anstatt sich in Gesetzlichkeiten und Ethik zu verstricken. Nicht das Fleisch, sondern den Geist wollen wir nähren.

Gottesdienst soll verstanden werden als Dienst Gottes an uns, wo ER uns stärkt und auferbaut und wir ihm danken und ihn dafür loben können. Das tun wir aneinander, weil jeder und jede etwas dazu beiträgt und Jesus durch ihn oder sie spricht und sprechen kann.

Ich suche eine Gemeinde, die sich als Gemeinschaft versteht auf dem Weg zu der Neuen Welt, die Jesus schafft. Eine Gemeinde als Training zu einem gesunden Miteinander, wobei wir alle in großer Unzulänglichkeit darauf vertrauen müssen, dass Jesus uns lehrt und leitet, von dem wir zutiefst abhängig sind. Aber dabei kann man wunderbar Gnade füreinander, Geduld aneinander und Gottes Gerechtigkeit erkennen lernen. Demut lernen kann man auch, weil man durch Gottes Geist den eigenen Platz findet – durch Gottes Geist(!), nicht durch die unsensiblen Worte eines „lieben“ Bruders oder einer „lieben“ Schwester. Lehren muss man einander allenfalls, auf die Stimme Gottes zu hören, damit man dem Hirten und Lehrer selbst folgen kann und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen bleibt. Selbständigkeit oder Mündigkeit ist erwünscht!

Meine Sicht auf Gemeinde im Sinne von ‚Gemeinschaft der Heiligen‘ (siehe Apostolisches Glaubensbekenntnis, um 400n.Chr.) werde ich unter der Rubrik „Leib Christi“ veröffentlichen.

Soweit zu mir und meinem größten Wunsch fürs erste.

Johannes 4,42 – eines guten Predigers Ziel

Die ganze Geschichte: Johannes 4,1-42

Joh 4,42: „Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrhaftig der Retter der Welt.“

Das sagen die Leute aus dem samaritanischen Dorf, in dem Jesus verweilte. Denn er sprach zuerst eine samaritanische Frau an (ganz untypisch für jüdische Männer!!!) und sie kapierte: Das ist der Christus, auf den wir alle warten. Sie erzählt es den Leuten im Dorf und auch sie glauben, denn sie sind beeindruckt von ihrer Veränderung. Dann laden sie ihn zu sich und lernen ihn zwei Tage lang kennen und sagen dann der Frau, dass sie nun selbst glauben, weil: GEHÖRT und ERKANNT!

Was mir daran ja so gut gefällt ist, dass da zwar jemand ist, der ihnen von Jesus sehr glaubhaft erzählt, der Jesus auch wahrhaftig kennengelernt hat. Und dass sie ihr GLAUBEN. das ist schon enorm. Bis vor ein paar Stunden wollten sie mit ihr noch nichts zu tun haben. Aber ausserdem und jetzt kommt das Schöne: Dass sie dann selbst forschen, ihn selbst kennenlernen wollen, ihn zu sich einladen und sich von ihm lehren lassen. Und dann ist ihr Glaube selbständig, fest und besiegelt. GEHÖRT und ERKANNT steht auf dem Siegel. Amen.

So sollte es auch heute sein!!! Es ist gut, wenn wir Evangelisten, Prediger und unsere Eltern hören und ihnen glauben. Aber es ist richtig gut, wenn wir dann hingehen und selbst forschen, fragen, Jesus einladen, uns von ihm lehren lassen durch den Heiligen Geist und durch die Bibel, die der Heilige Geist uns öffnet und erklärt: ‚Selbst‘ ist die Frau, ‚Selbst‘ ist der Mann! Und dann irgendwann wirst du besiegeln: GEHÖRT und ERKANNT.

Amen.

Moral

Wie bei fast allem: Man redet immer über das, was man nicht hat?!

Wenn bei Predigten die Moral in den Vordergrund tritt, finde ich das schwierig, für mich als Zuhörer fast unerträglich. Bei einem konkreten Anlass, wo die Gemeinde direkt betroffen ist, und Orientierung gesucht wird, ist es gut, wenn einzelne moralische Probleme biblisch erarbeitet werden und präsentiert werden und vielleicht sogar eine Entscheidung des Vorstandes/Gemeindeleitung erläutert wird, wie nun vorzugehen sei. Manchmal tauchen auch immer wieder lieblose Irrlehren auf, die andere Menschen ausgrenzen oder beleidigen etc. Auch da ist Aufklärung nötig. Am liebsten ganz eng an der Bibel. Die GERADE IN ETHISCHEN FRAGEN natürlich als eine Schrift in IHRER ZEIT und ihren BILDERN zu verstehen ist. Oder findet es heute jemand verwerflich, wenn ein Mann mit langen Haaren den Gottesdienstraum betritt? (I.Kor.11,14) Man sollte moralische- ethische Fragen in den jeweiligen Gesellschaftszusammenhängen sehen. Selbst in unserer Zeit werden die US-Amerikaner einige Dinge anders beurteilen müssen als wir in Deutschland, weil die dortige Gesellschaft (insgesamt über die Christlichen Gruppierungen hinaus) andere Werte hochhält. Auch Japan und Sambia werden wohl extreme kulturelle Unterschiede aufweisen, und damit auch unterschiedliche moralische Wertungen.

Moral hängt immer von der jeweiligen Umgebung und der eigenen Prägung ab. Wenn du vom Typ her zum Saufen neigst, sollte es dir wichtig sein, dass deine Gemeinschaft Alkohol zwar nicht gleich verteufelt, aber große Vorsicht demgegenüber walten lässt. Es kann dir helfen, dem Alkohol eine FÜR DICH GESUNDE Gewichtung zu geben. Die Wertung der anderen, kann dann zu deiner Wertung werden. Aber nur wenn du dich auch angenommen fühlst in deinem Menschsein und deinem Genuss von Alkohol. Durch Jesu liebevollen und heilsamen Geist ist es ja oft so, dass man schon selbst merkt, wo im eigenen Leben eine Schieflage ist. Dann braucht man keine Verurteilung, sondern Hilfestellungen, wie man es besser machen könnte. Aber immer im EINZELFALL. Selten geht das über einzelne Seelsorgefälle hinaus.

Kann sein, dass eine ganze Reihe von Familienvätern Probleme mit ihren Pornoheften haben. Aber es wäre oft hilfreicher zu erklären, warum man sich DAMIT NICHTS GUTES TUT, als einfach gesagt zu bekommen: das darf nicht sein. Jegliche Art von „moralischen Verfehlungen“ haben meistens mit Süchten bzw. Sehnsüchten zu tun, die unerkannt oder ungestillt sind. Und manchmal sind es tiefliegende Problem aus der frühen Kindheit. Ich denke nicht, dass ein Prediger all diese Einzelprobleme, die aus „moralischen Verfehlungen“ erkennbar werden, ansprechen kann in einer Predigt.

Man kann Hinweise geben und Hilfestellungen: wenn du merkst, dass du mit Jesus schon lange nichts mehr zu tun haben wolltest, frag dich mal, ob da etwas in deinem Leben dich daran hindert. Wäre eine mögliche Frage. Wenn der Prediger schon ordentlich Geschmack gemacht hat, wie toll es ist, eine intakte Beziehung zu Jesus zu haben, dann könnte diese Frage Anlass sein, ein paar Lebensgewohnheiten zu ändern.

Wir sind mündige Bürger und auch mündige Christen. Ein paar Hinweise sollten genügen. Eine Einladung, „das“ nach dem Gottesdienst ins Gebet zu bringen, ist gute Hilfestellung. Alles Weiterreichende muss die Person selbst entscheiden können und dürfen. Wir sind alle keine Unschuldslämmer (Röm 3,10-24), aber das macht Jesus nichts aus. Er hat uns ja genau deshalb mit seinem Blut erlöst. Auch deinen „moralisch ach-so verwerflichen Bruder“, denn wenn du schon so anfängst zu denken, solltest du aufpassen, dass dich die Lieblosigkeit und der Hochmut nicht packen. Seeeehhhhr verwerfliche Sünden im Reich Gottes! 😀 😉

Was nun genau „moralische Verfehlungen“ sind, kann ich auch nicht sagen. Denn es hängt von deiner Umgebung ab. Für eine prüde Gesellschaft ist in der Gemeinde ein Rock bis zur Kniescheibe schon eine „moralische Herausforderung“. Während im Punkergottesdienst im Hamburger Rotlichtviertel so ein Rock schon ein Zeichen großer Sittsamkeit wäre, weil sonst im umgebenden Leben die untere Hälfte der Pobacken sichtbar sind. Nur ein Beispiel.

Ich rede nicht von Gesetzesübertretungen wie Mord oder Raub. Sondern von den Dingen, die eine Gemeinde selbst wertet. Kleiderordnung, sexuelle Beziehungen oder sonstige Beziehungen (abgesehen von gesetzlich Verbotenem wie Kindesmissbrauch) ist alles dem Geschmack der Umgebung geschuldet.

Es wäre auch zu fragen, was mit „moralisch korrektem“ Verhalten erreicht werden möchte in einer Gemeinde. Soll es

a) ein Zeugnis sein für die alten Beziehungen: Sieh her, Jesus hat mich verändert! ?

b) ein Vorbild sein für die „verdorbene“ Umwelt: Sieh her, so geht es doch viel besser! ?

c) ein Vermeiden sein von zu viel Ärger mit Nachbarn oder mit möglichen Verfolgern: schau, wir sind doch ganz brav, machen nichts Verbotenes oder Schlimmes, geben keinen Anstoß! ?

d) ein Regulieren der eigenen Persönlichkeit (des Alten Menschen) sein, damit der Alte Mensch nicht ständig Überhand gewinnt und den Neuen Menschen vor lauter Suchtverhalten (z.B.) in den Hintergrund drängt?

e) ein Gleichziehen aller Gemeindeglieder sein, um Schlimmeres zu vermeiden, z. B. dass alle Saft beim Abendmahl trinken, weil viele neue Gemeindeglieder aus dem Alkoholismus befreit worden sind und geschützt werden sollen.

Man kann Moral auch aus Angst vor der eigenen Unmoral hochhalten (siehe meinen ersten Satz). Man kann andere auch zu etwas drängen, was man selbst nicht einhalten kann, um sich selbst in die Tasche zu lügen. Moraline Predigten können auch mächtig nach hinten losgehen. aber gehen wir mal vom besten aus. 😀

Statt Moral zu predigen wäre es hilfreich etwas über Jesus zu sagen und zu zeigen wie er mit Menschen umgeht. Er hat KEINERLEI Berührungsängste mit den schlimmsten Dämonen-Besetzten, Erkrankten (Ansteckungsgefahr eingeschlossen) oder den damals unmoralischen Frauen wie Ehebrecherinnen, Huren etc. Zöllner und Sünder (was auch immer damit gemeint ist) eingeschlossen. (Mt 9,10). Ach, wäre es schön, wenn alle Sünder dieser Welt Platz hätten in den Gemeinden und sie herzlich willkommen wären. Das wäre ja wie bei JESUS!!!!

Halleluja!

Noch vor Jesus begann es…mit Jesus

Kol 1,15-19; Eph1,9-2,22; Phil 2,5-11; 3,20f.;

Die Evangelien erzählen noch vor der Zeugung und Geburt Jesu, was davor geschah.

Lukas Kapitel 1 erzählt von der Zeugung und Geburt von Johannes dem Täufer. Im Johannesevangelium Kapitel 1 wird gar vom Beginn der Schöpfung gesprochen in Form eines sog. Hymnus über den Logos (Wort).

In Matthäus 1 und Lukas 3 werden die Stammbäume Jesu genannt. Der lukanische Stammbaum führt bis zur Schaffung des Menschen zurück, bis Adam, der dann auch noch als Sohn Gottes bezeichnet wird. Die Menschheit ist Gottes Kind.

Matthäus beginnt den Stammbaum erst bei Abraham, stellt ihn also in den Zusammenhang des Volkes Israel. Das besondere und erwählte Volk Gottes, mit dem Gott einen engen Bund eingegangen ist, so wie ein Mann sich eben eine Frau aussucht und nicht gleich alle. Und an dieser Beziehung kann man viel über Gott und seinen Umgang mit seinen Menschen sehen – exemplarisch sozusagen.

Jesus ist nicht von irgendwoher. Er ist Sohn Gottes und war schon vor der Schöpfung da. Er ist der Stammzellenträger, wenn ich das mal so nennen darf. Gott hat aus „seiner Rippe“ etwas herausgeschnitten, das er zu Menschen machte. Damit haben die Menschen seine DNA. Die Erbinformation ist da. Und die Menschheit als Ganze genommen sollte aus zwei ersten Zellen sich ausbreiten und wachsen zu einer großen Menschheit. Wozu wollte Gott das? Als Gegenüber. Um ein Ziel für seine Liebe zu haben. Wo soll man hin mit seiner Liebe, wenn es niemanden gibt, der sie empfangen will? Das kann richtig wehtun. Also schuf er die Menschheit als ein geliebtes Gegenüber. Der Logos (griech. Wort) war so etwas wie ein Zellenspender. Und als Jesus dann auf die Welt kam, waren in ihm diese Zellen noch in ganzer Ursprünglichkeit – wie Stammzellen – unversehrt vorhanden. Gottes Sohn. Wie einst „Adam“ (die Menschheit bestehend aus mindestens 2 Menschen, nämlich männlich und weiblich Gen 1,27 und 5,1+2) so jetzt „Jesus“. Und wer wie Jesus aus Geist geboren wird, hat diese geistliche DNA in sich. Im Gegensatz zu der alten irdischen Adams-DNA, die im Laufe der Zeit (einschließlich sog. Sündenfall Gen3) ihre ursprüngliche Kraft verloren hat, ist die Jesus-DNA unantastbar und wird in dir einen kompletten neuen Menschen aus Leib (Auferstehungsleib), Seele (komplett neu) und Geist (komplett neu) machen. Denn es wird im Neuen Testament nicht von der neuen Seele gesprochen, dass in deinem alten Körper quasi deine Seele erneuert wird. Nur dass du das alles nicht so recht erkennen kannst. NEIN. Der ganze Mensch wird neu. Ein innerer, geistlicher, neuer Mensch und ein äußerer, irdischer, der Sünde (also dieser Welt) abgestorbener Mensch sind nun in dir vereint, bis das Alte (eben der ganze alte Mensch mit Blut und Fleisch) vergangen ist und Jesus dich in sein Himmlisches Reich ruft.

Himmlisches Reich muss dann auch noch mal erläutert werden, weil da schon so viele verquaste Vorstellungen dran hängen. Also bitte nicht voreilig urteilen.

Der innere Mensch ist es, der 100% zu Jesus gehört und SEIN GEGENÜBER ist. Aber genau wie bei der MENSCHHEIT als gegenüber Gottes, so ist auch die GEMEINDE (oder die Gemeinschaft der Gläubigen/Heiligen) als Jesu Gegenüber eine GEMEINSCHAFT. Nicht als einzelne sind wir Gottes Ebenbild, nicht als einzelne sind wir die „Braut Christi“ sondern als Gemeinschaft. Jeder von uns ist eine unersetzliche und wichtige Zelle des großen corpus (lat.: Körper; Gemeinde wird auch als Corpus Christi bezeichnet, als Leib Christi).

In den Evangelien also wird deshalb noch VOR Jesus begonnen, weil klar sein muss, dass es hier um mehr geht als eine nette Religion mit einem symapthischen Religionsstifter. Es ist der Plan dieser Weltenschöpfung, der Plan Gottes und der Plan für das Leben der Menschen. Das fängt eben schon viel früher an. Durch Jesus wird uns das alles deutlich und dank der Bibel können alle Menschen (mit Lesefähigkeit und Bibel) nachlesen, was Gottes Plan ist und damit auch WAS DER SINN FÜR DEIN LEBEN (und natürlich für alle andern Menschen auch) ist: du sollst den Weg in die Neue Welt (in das Himmlische Reich) finden. Jesus ist der Weg.

Warum beginnt Lukas mit Johannes dem Täufer und Matthäus mit Abraham? Dazu nur ganz kurz: Johannes schafft den Übergang von dem Volk Israel zur ganzen Welt hin und Abraham als Vater der Glaubenden schafft ebenso den Übergang von der Jüdischen Welt (Volk Israel) hin zu ALLEN Glaubenden. Was die Evangelien lehren ist nicht eine Neu-Erfindung dieses netten Zimmermann-Sohnes Jesus, sondern steht in einer langen Tradition von Erleben und Erkennen Gottes. Gerne dazu mehr das nächste Mal.

Das Ziel

Die Lebenszeit auf dieser Erde ist zu kurz als dass ich sie mit Unwesentlichem verschwenden wollte:

keine Zeit für Häuserbau, Reichtum anhäufen, große politische Pläne schmieden, Länder erobern oder Macht anhäufen. Die einzige Investition, die sich hier lohnt ist in Menschen: Familie gründen, Menschen helfen und am besten zu Jesus führen. Für die anderen Dinge des Lebens, wenn man sie nicht eh nebenher einfach so bekommt, ist in der Ewigkeit noch genug Zeit, nämlich Ewigkeiten.

Ich werde in meinem Leben wohl nicht mehr die Erde bereisen, schon gar nicht den Himalaya besteigen. Aber warum nicht in der Ewigkeit?! Zeit genug hab ich da ja. Und die Erde wird ja dann auch ihr Auferstehungs-Outfit tragen (sog. Erde Nr.2!), also wird das mit der dünnen Luft am Himalaya nicht mehr problematisch sein. Und dann wird die Freude an Gottes großartiger Schöpfung noch viel reiner und ursprünglicher sein!!! Und ich werde dann ausreichend Zeit haben, um alle Freunde zu besuchen und alle interessanten Leute, die ich mir je auf Erden vorstellen könnte. Ich nehme mal an, dass die meisten dann mit dabei sein werden….genau weiss ich es nicht. Aber schon weil ich sie lieb habe, haben sie sicherlich ein Chance. Oder?

Das Neue Reich Gottes, das in alle Ewigkeiten währt, wird ja wohl nur mit Leuten besiedelt werden können, die nicht dasselbe Theater anrichten wie die Menschheit hier auf Erde Nr. 1. Da kann man niemanden gebrauchen, der nicht auf Gottes Stimme hört und ihm gehorcht, der nicht FÜR die Gemeinschaft denkt, sondern sie ausnutzt. Der HERR wird der absolute Chef sein. Kein Gewaltherrscher, weil alle ihm selbstverständlich und freiwillig gehorchen.

Denn schließlich haben wir ja gelernt, was dabei herauskommt, wenn man das nicht tut. Allerdings muss man das eben gelernt oder begriffen haben, dass wir Menschen nur in Frieden leben können, wenn wir uns einig sind und das können wir nur sein, wenn wir einem gehorchen, der außerhalb von uns Menschheit steht: unser Gegenüber ist Gott der Schöpfer und Jesus Christus, sein Sohn. Er hat sich in uns, den Nachfolgern Christi ein neues gesundes Gegenüber geschaffen (den NEUEN MENSCHEN), das hervortreten wird, wenn er erscheinen wird. Die Braut tritt dann in voller Schönheit in Erscheinung. Zur Zeit ist sie noch verborgen in den Gemeinden und Häusern dieser Welt, hinter den Fassaden von Christen und auch anderen, die wir noch nicht „kategorisiert“ haben. Da wächst Jesu Braut heran.

Die Menschheit (Adam) hatte es ja in kürzester Zeit geschafft, sich selbst zu vernichten. Hat nur bis Noah gedauert. Gott hätte am liebsten alles noch mal neu gemacht. Aber er hatte eben Erbarmen mit seinem Geschöpf „Menschheit“-ADAM und wollte wenigstens erhalten, was seinem Bilde noch halbwegs entsprach. Nämlich die IHM zugewandte Seite der Menschheit. Das sind die, die auf ihn hören. Noah hat auf ihn gehört, hat sich in seiner Generation total lächerlich gemacht: ein Schiff in der Wüste auf trockenem Land gebaut! In den Ausmaßen heutiger Kreuzfahrtschiffe!!!! Krass. Dumm und lächerlich. Irdisch betrachtet.

Aber er war eben auch der einzige, der Gottes Stimme gehört hat. Das hat ihn gerettet und durch ihn die ganze ADAM-Menschheit. Nun lebte Gott eben mit den komischen Typen, die es einfach nicht fertig kriegen, ihm treu zu bleiben. Was für eine miese Partnerin, die ständig was anderes will, als mit ihrem Partner zusammen zu sein. Das wirkt nicht sehr verliebt!

Gott, der Schöpfer und Vater Jesu Christi, hatte aber einen Plan. Er liess die Menschheit heranwachsen und wollte aus denen, die dann wenigstens SEINEM SOHN folgten und SEINER STIMME hörten, eine neue Menschheit einen neuen ADAM machen. Er lässt eine neue Kreatur im alten Material heranwachsen. Das sind wir Wiedergeborenen, die seiner Stimme als der Stimme des Hirten folgen. Und wenn der Bräutigam Jesus wiederkommt, wird dieses Neue Menschheit, die Braut Christi offenbar werden. In einem Nu.

Und wir einzelnen Christen, wir wiedergeborenen Heiligen, was sind wir denn als einzelne Person? Wir sind Zellen des Leibes Christi (oder um im Bild zu bleiben: Zellen der Braut), Wir bilden alle zusammen wie die Zellen des menschlichen Körpers einzelne Organe (Ortsgemeinden und Verbünde) und Gliedmaßen, die verschiedenes wirken und sich dennoch sinnvoll ergänzen. Jeder ist eine einzigartige wichtige Zelle, die an ihrem Platz genau richtig ist. Wir sind alle unterschiedlich, aber haben alle Jesu DNA in uns.

Und wie ein Verliebter jede Faser seiner Geliebten liebt und bewundert, so liebt und bewundert er uns, jede einzelne Zelle. Wäre es nicht angebracht, ihm – dem wunderbarsten aller Liebhaber – dieses Liebe zurückzugeben?

Der Grund, weshalb Gott uns Menschen schuf, war: er wusste nicht mehr, wohin mit seiner Liebe. Er brauchte, ein würdiges Gegenüber, das seine Liebe empfangen könnte.

Naja, besonders würdig war der erste Versuch nicht, aber offensichtlich so, dass Gott diesen Versuch nicht gleich gänzlich vernichtete, sondern durch Jesus Christus zu neuem Leben erweckte und modifizierte. Der neugeborene Teil in uns kann und will ihm nicht untreu werden, liebt ihn über alle Maßen und versteht, was er uns bedeutet. Der alte Teil hat diese Fähigkeiten nicht. Also lassen wir den alten Menschen hinter uns, wie Gott auch irgendwann sagt: jetzt reicht es, jetzt nur noch die NEUEN MENSCHEN.

Wann wird er das sagen? Wenn die Zahl voll ist? Immerhin hat der Mensch 50 Billionen Zellen, oder? Wieviele „Zellen“-Menschen wird Jesus brauchen für sein Neues Reich, für sein Neues Gegenüber für seien Braut?

Ich freu mich schon auf diese tolle Gemeinschaft mit meinen anderen „Zellen“-Genossen 😀 und mit Jesus. Herr, komm bald!

PS: WER biblische Belege für diese Aussagen braucht, kann sie gerne haben. Es sind nur so viele, dass bitte genau der Satz oder die Aussage benannt werden möge, die belegt werden soll. (Das allein wird schon eine Seminararbeit sein! Schwitz!)

BETET OHNE UNTERLASS ?

Wenn mir in einer Predigt gesagt wird: „Betet mehr, betet intensiver!“ dann frage ich mich erst mal: sieht er/sie denn, wie viel oder wenig ich bete? Es motiviert mich überhaupt nicht, wenn mir jemand sagt: Mach mehr davon! Ich finde auch den Bibelvers: „Betet ohne Unterlass!“ auf den ersten Blick wenig ermutigend. ‚Hilfe, wie soll das gehen?!‘, denke ich, ‚so viel beten!!‘ Soll das etwa Spaß machen?!!

Na ja, vielleicht sollten wir erst einmal fragen, was mit Beten gemeint ist!

1.Thess 5,14-23:

14 „Wir ermahnen euch aber: Bringt die Nachlässigen zur Vernunft, ermutigt die Kleinmütigen, stützt die Schwachen, habt Geduld für alle.

15 Seht zu, dass keiner dem andern Schlechtes mit Schlechtem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten (Wohltuenden) nach, füreinander und für alle.

16 Seid allezeit fröhlich,

17 betet ohne Unterlass,

18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

19 Den Geist löscht nicht aus.

20 Prophetische Rede verachtet nicht.

21 Prüft aber alles und das Gute (Sinnvolle) behaltet.

22 Meidet das Böse in jeder Gestalt.

23 Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.

24 Treu ist er, der euch ruft; er wird es auch tun.“

Zum Thema Gebet spricht der 2.Teil, nämlich die grundsätzliche Haltung des Gotteskindes oder Christusnachfolgers:

„Seid allezeit fröhlich,

betet ohne Unterlass und

seid dankbar in allen Dingen.“

Erstes Augenmerk: „allezeit“, „ohne Unterlass“ und „in allen Dingen“. Deshalb meine ich, geht es um Grundsätze, weil es nicht „mal situativ beten“ heißt oder „je nach Laune und Lust dankbar sein“ oder „bei Gelegenheit fröhlich“. Es ist eine Grundhaltung, die einem Menschen, der frisch zum Glauben gekommen ist/ über den Heiliger Geist ausgeschüttet wurde/ der so richtig im Neuen Leben schwelgt, wie selbstverständlich ist, man ist glücklich/fröhlich, man redet die ganze Zeit mit dem, den man neu kennengelernt hat: mit Jesus, Gott-Vater oder auch dem Heiligen Geist, man schwebt wie auf einer Wolke und findet alles gut und schön. Wie verliebte Menschen.

Was ist denn aber nun mit BETEN OHNE UNTERLASS gemeint?

Im Griechischen steht da „proseuchomai“: Das bedeutet: „euchomai“- zu einer Gottheit flehen, seine Wünsche äußern und dazu ein Gelübde geben, das „pros“ vorne dran kann vieles bedeuten: verstärkend aber auch wechselseitig. Das würde dann ergeben: Man schickt seine Wünsche zu Gott und tauscht sie aus gegen SEINE Wünsche. Es ist ein wechselseitiges Wünschen, ein Dialog von Wünschen. So findet man zu einer Einheit, einem Miteinander.

Also nochmal: Beten ist…

1) Dialog1 (nicht Monolog2 des Menschen!): ich rede zu Gott, und höre auch hin, was er sagt!

2) Wünsche äußern (beiderseitig)

3) Annäherung, bis hin zur Einheit der Dialogpartner

Daraus ergibt sich, dass ich nicht nur die ganze Zeit quatsche, sondern dass ich in die Stille3 gehe und auf Gottes Stimme höre. ER will auch mit mir reden!!!!

Ich soll ihm meine Anliegen nennen. Und er nennt mir seine.

Das können wir nicht nur ab und zu tun. Sondern das darf jederzeit passieren. Zur Gelegenheit und zur Ungelegenheit.

Wenn ein Vater zu seiner erwachsenen Tochter, die in einer schweren Krise steckt, sagt: „Ruf mich jederzeit an, wenn du mich brauchst!“ Dann fragt sie:“Auch nachts um 3 Uhr?“ „Ja, klar. Da braucht man doch am häufigsten jemanden zum Reden!“ „Danke, Papa!“

Ruf mich an ohne Unterlass, ohne Selbsteinschränkung!

Kommen wir zu der ‚erschreckenden‘ Forderung zurück: Betet ohne Unterlass! Soll ich „mehr“ beten?

NEE! Das ist keine Pflicht und kein Muss. Das ist mein gutes RECHT. Ich habe alle Privilegien, um mit dem höchsten König oder Chef, mit dem Eigentümer dieser Welt zu verhandeln! Ich habe alles RECHT, jederzeit bei ihm auf der Matte zu stehen, um alles zu besprechen, was mich bewegt. Welcher Arbeitnehmer kann das schon von sich behaupten, dass er JEDERZEIT, zu jeder Tages- und Nachtzeit, beim Chef klingeln darf und ein Meeting anberaumen kann?!

Das ist unser Privileg und darum unsere Lebenshaltung! Das fühlt sich doch anders an. Oder?

Betet ohne Unterlaß: Nutzt die Chance, die ihr habt und redet mit Gott über alles ohne falsche Bescheidenheit!! Und hört auch hin! Er sagt uns Gutes und Wertvolles! Jederzeit bereit. 😉

Anmerkungen:

1Wechselseitiges Gespräch, zwei oder mehrere Personen reden miteinander

2Einer allein redet, hält einen Vortrag

3 Will sagen: meine Umgebung tritt in den Hintergrund

PS: Das ist ein Auszug aus meiner Erklärung zu dem Thessalonicherbrief. Wer die Long Version lesen möchte unter BIBEL TUT NICHT WEH.

Jesus als Hirte

Jesus bezeichnet sich selbst im Neuen Testament als Hirte. Auf Lateinisch: Pastor. Daher kommen die Begriffe wie „Pastorale“ oder der „Pastor“ in der Kirche. (vgl. I.Petrusbrief 2,25 und 5,1-4)

Hirte Jesus: Johannes 10,1-21; Hebräerbrief 13,20.21; eine Beispielgeschichte: Lukas 15,1-7.

Im Alten Testament (oder ein besserer Begriff: in der Hebräischen Bibel) gibt es den berühmten Psalm 23, wo der HERR (damit ist der Gott JHWH gemeint) der Hirte ist. Wie der Vater so der Sohn, der Psalm 23 wird heute von allen Christen auf Jesus Christus bezogen.

Den Psalm hören die meisten Menschen spätestens bei einer Beerdigung. Allerdings wäre das dem Psalm nicht angemessen, ihn nur auf den ‚Weg des Todes‘ zu reduzieren. Er ist ein lebenbegleitender Psalm. Viele können ihn auswendig wie das „Vater unser“ (Mt 6,9-13; Lukas 11,2-4)

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zu frischem Wasser. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen: Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück: dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde, du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des HERRn immerdar.“

Das habe ich jetzt auswendig geschrieben. Kontrollier doch bitte, ob es stimmt. 😀

Jesus als mein Hirte bedeutet, dass er mich versorgt, mich behütet. Aber auch dass ich seine Stimme erkenne! Ganz wichtig. Ich renne nicht jedem Trottel hinterher, der mir schöne Dinge verspricht. Ich höre auf SEINE, auf JESU STIMME. Der ist nämlich mein Chef, mein Erschaffer, mein „Besitzer“ (auch ohne Anführungsstriche, aber manch einem klingt das gruselig, dass man jemandes Besitz sein könne. Aber er ist ja nicht irgendjemand, sondern GOTT, des Vaters Sohn, unser Schöpfer!). Auf ihn kann ich mich verlassen, dass er nicht wegrennt, wenn der Wolf kommt oder ich mich verirrt habe. Er bleibt bei mir, weil er mich liebt. Und mich haben WILL. Und das gilt auch für dich. Also hör auf seine Stimme! Bleib an IHM dran. Renn ihm hinterher und sonst niemandem.

In unseren verdrehten Zeiten ist das umso wichtiger: Seine Stimme aus dem Stimmwirrwarr herauszuhören. Übe es in der Stille. Das bedeutet eben, dass man lernen muss, was sind denn seine Absichten, welche Dinge hat er denn als gut und nützlich bezeichnet, und welche als gefährlich. Dann kannst du schon am Inhalt erkennen, welche Stimme lügt. Welche Stimme verstellt sich? Hat der Wolf Kreide gefressen?

Wenn die Stimme dich verletzt, dich klein macht, dich zurechtstutzt. Dann höre nicht auf sie. Es ist nicht dein Hirte. Es ist ein mieser Mietling (Angestellter, Tagelöhner). JESUS VERLETZT NIEMANDEN!!!! (Mt 11,27-30; Lukas 4,18-19)

Selbst wenn er dich „zurechtweisen“ würde, weil in deinem Leben sonst etwas ganz und gar schief läuft und du dich in große Gefahr begibst. (Dann kommt es schon mal vor, dass er dich deutlich korrigiert.) Aber dann macht er es so, dass du davon nicht nachhaltig verletzt bist, sondern dass du verstehst, warum das jetzt nötig ist. Und du spürst sogar Dankbarkeit, dass du gerettet worden bist und etwas Falsches loslassen konntest. Wenn dich eine Stimme verletzt, kränkt, beleidigt, niedermacht, und du davon überhaupt nichts hast ausser Schmerz, Trauer, Depression oder Angst, dann ist es NICHT die Stimme deines liebenden Hirten. Folge ihr nicht!

Johannes 10,1-18:

1„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.

2Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.

3Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

4Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.

5Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.

6Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte.

7Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.

9Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

10Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –,

13denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

14Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

15wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

16Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

17Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wieder nehme.

18Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.“

Heute keine Lust

Ich mag heute keine Bibelstellen zitieren oder nennen. Bin zu faul und es wäre auch ziemlich kompliziert. Deshalb erzähle ich jetzt einfach ohne Bibelzitate, was das mit Jesus auf sich hat.

Jesus ist keine Romanfigur, die im besten Alter auftaucht auf Seite 1, tolle Abenteuer erlebt und dann bei Seite 700 sein Leben verliert. Er war ein Mensch wie du und ich. Eine historische Gestalt. Mit ungefähr 30 Jahren begann die Zeit, wo er den Leuten gepredigt hat, wo er wirksam wurde und dann einen Tod am Kreuz stirbt, weil er eben anders war als alle Herrscher und alle Priester dieser Welt.

Er ist Gottes Sohn, aber kein Geistwesen. Um zu zeigen, dass Jesus aus Fleisch und Blut war, werden bei Matthäus und Lukas die Geschichten seiner Geburt erzählt. Lukas hat auch eine Geschichte aus der Jugend Jesu. Bei Lukas könnte man vermuten – Cesar Vidal, ein spanischer Historiker erzählt das sehr anschaulich – dass er Maria, die Mutter Jesu in späten Jahren aufgesucht hat und sich von der dann schon alten Frau erzählen liess, wie Jesu Jugend verlief. Alle vier Evangelien sind voll von Geschichten uns namentlich meist unbekannter Leute, die ihre Geschichte oder die damals miterlebte erzählt haben. Und irgendjemand hat sie niedergeschrieben. Vier der großen und gut strukturierten Zusammenfassungen sind für uns erhalten geblieben. Historisch sind dieses Schriften allein schon wahnsinnig interessant. Für unsren Glauben noch viel mehr.

Jesus ist auch nicht einfach so aufgetaucht und berühmt geworden, weil er so tolle Wunder vollbracht hat. Wundertäter gab es zu allen Zeiten und wessen Geister sie riefen, weiss keiner so genau. Jesus, bzw. die Person eines großen Herrscher und Propheten und Gesalbten Königs wurden schon Jahrhunderte zuvor angekündigt. Sein Erscheinen wurde erwartet. Die Propheten, die das verkündigt hatten, wussten selbst nicht, wann und wie genau das geschehen würde. Das ist typisch für Prophetien. Man versteht sie erst, wenn sie sich erfüllen. Vorher meistens nicht. So ging es den Zeitzeugen Jesu als sie ihn erlebten. Johannes der Täufer ist ein Zeuge. Seine Familie, seine Schülerschar (Jünger) und viele Leute aus dem Volk ebenfalls. Es gibt eine Geschichte von zwei alten Menschen, die auf den Gesalbten (den Messias, Maschiach (hebräisch) oder Christus (griechisch)) gewartet haben. Hanna und Simeon (jetzt doch noch eine Bibelstelle: Lukasevangelium 2,21-39) freuen sich riesig über das Baby Jesus, auch wenn sie die eigentliche Wirkungszeit Jesus dann nicht mehr erleben.

Matthäus zitiert ständig alte Schriftstellen (aus den alttestamentlichen Büchern oder der hebräischen Bibel am Anfang der Bibel von 1.Buch Mose bis Maleachi), um zu zeigen, dass Jesus der Erwartete ist, dass sich alles erfüllt, was Gott, der Schöpfer, durch seine Propheten schon vorher ankündigen liess. Es ist auch heute noch wichtig, dass man nicht jedem Schreihals glaubt, der sagt: Ich hab die Lösung! Sondern, dass man prüft, ob das mit dem übereinstimmt, was in dem großangelegten Plan Gottes in der Bibel nachvollziehbar ist. Dazu muss man den Plan Gottes darin schon entdecken und wenigstens im Ansatz verstehen.

Wer keine Lust auf den großen Plan hat, kann ja mit dem kleinen Plan anfangen. WAS WILL GOTT DIR SAGEN?

Als allererstes: Du bist eingeladen, zu ihm zu kommen, Jesus hat den Weg frei gemacht für alle, die dem Heiligen Gott begegnen wollen, für alle die Liebe und Hilfe brauchen. Ich zitiere jetzt doch mal: Johannesevangelium 3,17: „denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde“.

ALSO AUCH DU. Du bist geliebt und wirst gesucht und schwer vermisst von deinem Schöpfer und seinem Sohn Jesus Christus.

Jesu erstes Auftreten in seiner Zeit

Matthäusevangelium 3,3-17:

13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe.

14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir?

15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen.

16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.

17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

PS: Wenn dir der Text aus der neueren Lutherbibel zu schwierig ist, lies ihn noch mal in deiner eigenen Bibelübersetzung.

Jesus taucht in der Gesellschaft seiner Zeit ganz bescheiden auf. In frommen Kreisen würde man sagen „demütig“. Worte sind aber oft schon missbraucht oder „ausgeleiert“, sodass ich Jesus lieber erst mal mit anderen Worten beschreiben würde. Er macht, was die Religion verlangt, was anständig ist und erwartet wird. Es macht ihm nichts aus, sich unter diese Dinge zu stellen, auch wenn er es – wie Johannes der Täufer feststellt – nicht nötig hätte. Stell dir vor, du würdest Gott persönlich vor dir haben und er würde es so eingermaßen schaffen, seine Heiligkeit und Schöpferpower zu verbergen, damit keiner vor ihm zusammenbricht unter dieser Macht. Und du würdest ihm sagen: ‚Willst du deine Sünden bekennen? Dann komm zum Beichtstuhl!‘ Das wäre schräg. So ging es dem Johannes. Soll ich ihm jetzt SEINE Sünden abwaschen in der Taufe, wo er doch gar keine Sünde hat und er heiliger ist als ich kleiner Mensch?!

Für Jesus kein Problem. Er macht sich klein. Weil seine Größe nicht im angeberischen Auftreten oder im großtuerischen Gehabe deutlich werden muss. Seine Größe wird von außen bestätigt. Hier taucht die Stimme vom Himmel auf: „Dies ist mein geliebter Sohn!“ Auf diese Bestätigung kommt es in der Taufe an. Alles andere ist egal. Wenn du es mit den anderen Evangelien vergleichst: Jeder erzählt ein paar andere Einzelheiten zu der Taufe. Aber die Essenz liest du bei allen: Die Stimme Gottes, die bestätigt, dass Jesus Gottes Sohn ist.

Lies, wenn du möchtest vergleichend: Markusevangelium 1,9-11 und Lukasevangelium 3,21-22 und Johannes 1,29-34.

Du siehst, dass die Evangelien sich sehr ähnlich sind. Johannes fällt aus dem Rahmen, dieses Evangelium hat eine andere Funktion als die ersten drei. Es ist interessant die drei zu vergleichen, um herauszufinden, welchem Zeugen was wichtig ist. Matthäus z. B. berichtet viel mehr über Johannes den Täufer als die anderen beiden bei Jesu Taufe. Ihm scheint die Verknüpfung der beiden Personen und die Beziehung der beiden zueinander wichtiger zu sein, als den anderen beiden (Markus und Lukas), Johannes fällt wie gesagt immer etwas heraus. Aber auch er beschreibt ein starkes Band zwischen Johannes dem Täufer und Jesus.

Merk dir schon mal, dass man gut die drei: Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium, vergleichen kann. Das Johannesevangelium erzählt alles etwas anders, er bietet einen Gegenpol oder eine Kontrolleinheit. Beachte: Johannes der Täufer ist ein anderer als Johannes, der Evangelist!!

Wir sind zwar hier ganz am Anfang des Wirkens Jesu auf Erden, aber nicht am Anfang der Evangelien. Warum und womit die Evangelien noch früher beginnen, klären wir das nächste Mal.

Mittendrin beginnen: Kolosserbrief Kapitel 1, Vers 15

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.

Er…damit ist Jesus Christus gemeint. Das geht aus den Versen davor hervor. Ab Vers 12:

„…dankt dem VATER, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines LIEBEN SOHNES, in welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, welcher IST DAS EBENBILD DES UNSICHTBAREN GOTTES…“

Wer sind Vater und Sohn? Ganz klar: bereits in Kapitel 1, 3 wird gesagt:

„Wir danken GOTT, dem VATER unseres HERRN JESUS CHRISTUS….“

Der SOHN JESUS CHRISTUS ist also der Erstgeborene, noch bevor irgendetwas oder jemand geschaffen war in dieser Welt, war der SOHN da. Und der ist das EBENBILD seines Vaters, des unsichtbaren Gottes. Aber unsichtbar war Jesus nicht. Er war durchaus sichtbar und greifbar. Er tauchte in dieser Welt in menschlicher Gestalt auf, was ja eigentlich unmöglich sein müsste, weil Gott ja so unendlich viel größer sein muss als diese kleine Welt (gemeint ist das gesamte Weltall auch mit). Er hat sich offensichtlich SEHR KLEIN gemacht, um uns sichtbar zu erscheinen.

Aber es kommt wohl auch nicht auf die sichtbare Materie an, wie an anderer Stelle Fleisch und Blut als vergänglich und auf Dauer nicht relevant bezeichnet werden (I.Korintherbrief 15,50). Sondern auf das WESEN GOTTES. An Jesus kann man sehen, wie der Vater zu uns ist, wie er mit uns umgeht. SEIN und TUN Gottes, des Schöpfers, des Vaters Jesu Christi und aller Glaubenden, sind entscheidend und werden an Jesus deutlich. Im Johannesevangelium sagt Jesus das fortwährend: z.B. Johannes 14,9:

„Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“

(Lies ruhig, was da noch runterherum steht!) Jesus ist in die Welt gekommen, um uns den Vater, also den Schöpfer allen Lebens und eben Gottes Wesen zu zeigen. JESUS ist SEIN EBENBILD.

Jesus zu kennen, bedeutet Gott, den Vater und Schöpfer zu kennen. Es gibt keinen besseren Weg. Vielleicht entdeckt der eine oder andere in Gottes großen Wunderwerken der Natur sein schöpferisches Wesen. Was er dann aber noch nicht weiß, ist, wozu Gott diese Welt erschaffen hat.

Beginnen wir mit Jesus. Versuchen wir, ihn so gut wie möglich kennenzulernen. Dazu lesen wir die Berichte über ihn in den Evangelien.

Ich beginne bei Matthäus. Und unsere Frage lautet immer, was an Jesus zeigt uns, wie Gott, der Vater Jesu Christi, IST und was er WILL und TUT.

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Lies gerne noch einmal:

Kolosser 1,12-20

Johannes 14,1-10

Die Texte sind kompliziert, also frag gerne nach. Wenn du Anfänger im Glauben und im Bibellesen bist, lass es bei den angegebenen Versen. Mehr würde nur verwirren. Alle anderen dürfen sich gerne zum Forschen angepiekst fühlen. 😀

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