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Wir befinden uns in einer merkwürdigen Zeit, die ich jetzt gar nicht weiter gesellschaftlich oder gesundheitlich diskutieren möchte. Ich denke, dass inzwischen viele Meinungen gebildet wurden und leider auch viele Fronten sich verhärtet haben. Aber so soll es unter euch nicht sein…(Mk 10,43)

Es ist eine große soziale Leistung, wenn man heutzutage den anderen in seiner Meinung hören und akzeptieren kann, wenn man trotzdem ihn noch lieb hat und mit ihm Gemeinschaft haben will. Zu dieser Kompetenz solltest du fähig sein, wenn du Jesus persönlich kennst.

Ich suche Menschen, die Jesus begegnet sind, die davon erzählen können, wie er konkret in ihr Leben hineingekommen ist und sie aus ihrem (alten) Leben herausgerufen hat. Ekklesia- die Herausgerufenen. Ich selbst bin Jesus begegnet auf sehr eindrückliche Weise, es gibt viele Christen, die zu ihrem Christsein auf andere Weise gekommen sind. Aber ich merke immer wieder, dass ich diejenigen suche, die von seiner Gegenwart so erfüllt sind, dass sie eben „anders drauf“ sind und sagen können: „Wir glauben nun nicht mehr, weil du es uns gesagt hast, sondern weil wir ihn selbst kennengelernt haben und wissen, dass er der Christus, der Retter der Welt, ist.“ (Joh 4,42)

Ich suche Menschen, die Jesus kennen, ihn lieben, ihm nachfolgen und spüren, dass sie das in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten machen wollen.

In unseren merkwürdigen Zeiten ist vielleicht dem einen oder der anderen klar geworden, dass wir in einem Umbruch sind und nichts wieder so werden wird wie früher. Und wahrscheinlich auch nicht in den Kirchen und Gemeinden. Vielleicht aber ist das eine Chance für neue Pflanzungen. Vielleicht sind wir Jesus-Nachfolger endlich wirklich HERAUSGERUFEN (Ekklesia!), heraus aus den Gebäuden, heraus aus den Traditionen, heraus aus den gewohnten Zusammenhängen. Das erfordert Mut, den aber gerade eine Begegnung mit Jesus schenkt. „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9,62) Nachfolge ist eine Herausforderung, ein echte Challenge. 😉 Ein Herausgerufen-Sein! Schau dir an, was dazu Jesus sagt: Lukas 9,23-27 und 57-62 oder Lukas 14,33; es gäbe viele weitere Stellen, die man aber genau beleuchten sollte an anderer Stelle.

Vielleicht muss etwas Neues passieren in der Christenheit. Kirchen und Gemeinden gehen Online? Das kann nicht die Gemeinschaft ersetzen. Für mich ist Gemeinschaft, dass man sich wenigstens ab und zu real trifft, einander sieht, riecht, fühlt, hört. Wir Menschen sind nicht nur visuell und nicht nur Selfi-like. Menschsein und miteinander leben ist mehr. Viele spüren das jetzt deutlicher denn je. Jesus aß und trank mit den Zöllnern und Sündern und allen möglichen Leuten. Ein wichtiger Aspekt der Gemeinschaft.

Also müssen wir Jesus-Nachfolger Wege finden, auf denen wir gehen können. Ein Freund schlug vor, dass man sich bei einer Wanderung treffen könne. In der freien Natur kann man zusammen sein, ohne pandemische Gefahren zu erzeugen. Einige treffen sich regelmäßig als Hauskreis Online, aber besuchen sich in Zweierschaften wechselweise, um sich auch mal real zu sehen. Wir müssen nicht wie in einem riesigen Klassenzimmer zusammensitzen und dem einen „Lehrer“ zuhören. Es gibt viele gute Online-Predigten, Lektionen kann man Online zur Genüge erhalten. Aber das was Gemeinschaft ausmacht, wird damit nicht ersetzt. Und das, was wir früher hatten: eine große Gruppe, die gemeinsam zu Gott singt und betet und sich unterhält, einander Anteil am eigenen Leben gibt und gute Gespräche führt, das finden wir in einer Kirch- oder einem Gemeindegebäude nicht mehr. Distanz ist der Feind jeder Gemeinschaft.

Also lasst uns nach neuen Wegen suchen. Und der Heilige Geist mag zusammenführen, wer gerade voneinander lernen und profitieren soll, wer dem andern etwa zu geben hat, was dieser dringend braucht. Das können wir nicht mehr am Sonntag erfahren, sondern müssen uns darauf verlassen, dass der Heilige Geist diejenigen anspricht und führt, die zusammenkommen sollen. Dann sind wir die Ekklesia, die Herausgerufenen, um einander zu dienen und zu stärken und unserem Gott die Ehre zu geben, die ihm gebührt.

Ich suche Menschen, die sich so führen lassen wollen und die diese Ideen weiterspinnen und umsetzen können. Lasst uns darüber reden und zusammenkommen, wo es geht und sein soll.

Ich möchte das einen Entwurf einer neuen Gemeindeform nennen. Vielleicht eine EKKLESIA auf dem WEG. Lasst uns neu beginnen und die Zeiten nutzen, als hätte Gott uns ein Geschenk gemacht, damit wir endlich den Mut aufbringen, mit dem Alten zu brechen und nicht mehr zurückzuschauen. Machst du mit?

LG, Rahel

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