BETET OHNE UNTERLASS ?

Wenn mir in einer Predigt gesagt wird: „Betet mehr, betet intensiver!“ dann frage ich mich erst mal: sieht er/sie denn, wie viel oder wenig ich bete? Es motiviert mich überhaupt nicht, wenn mir jemand sagt: Mach mehr davon! Ich finde auch den Bibelvers: „Betet ohne Unterlass!“ auf den ersten Blick wenig ermutigend. ‚Hilfe, wie soll das gehen?!‘, denke ich, ‚so viel beten!!‘ Soll das etwa Spaß machen?!!

Na ja, vielleicht sollten wir erst einmal fragen, was mit Beten gemeint ist!

1.Thess 5,14-23:

14 „Wir ermahnen euch aber: Bringt die Nachlässigen zur Vernunft, ermutigt die Kleinmütigen, stützt die Schwachen, habt Geduld für alle.

15 Seht zu, dass keiner dem andern Schlechtes mit Schlechtem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten (Wohltuenden) nach, füreinander und für alle.

16 Seid allezeit fröhlich,

17 betet ohne Unterlass,

18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

19 Den Geist löscht nicht aus.

20 Prophetische Rede verachtet nicht.

21 Prüft aber alles und das Gute (Sinnvolle) behaltet.

22 Meidet das Böse in jeder Gestalt.

23 Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.

24 Treu ist er, der euch ruft; er wird es auch tun.“

Zum Thema Gebet spricht der 2.Teil, nämlich die grundsätzliche Haltung des Gotteskindes oder Christusnachfolgers:

„Seid allezeit fröhlich,

betet ohne Unterlass und

seid dankbar in allen Dingen.“

Erstes Augenmerk: „allezeit“, „ohne Unterlass“ und „in allen Dingen“. Deshalb meine ich, geht es um Grundsätze, weil es nicht „mal situativ beten“ heißt oder „je nach Laune und Lust dankbar sein“ oder „bei Gelegenheit fröhlich“. Es ist eine Grundhaltung, die einem Menschen, der frisch zum Glauben gekommen ist/ über den Heiliger Geist ausgeschüttet wurde/ der so richtig im Neuen Leben schwelgt, wie selbstverständlich ist, man ist glücklich/fröhlich, man redet die ganze Zeit mit dem, den man neu kennengelernt hat: mit Jesus, Gott-Vater oder auch dem Heiligen Geist, man schwebt wie auf einer Wolke und findet alles gut und schön. Wie verliebte Menschen.

Was ist denn aber nun mit BETEN OHNE UNTERLASS gemeint?

Im Griechischen steht da „proseuchomai“: Das bedeutet: „euchomai“- zu einer Gottheit flehen, seine Wünsche äußern und dazu ein Gelübde geben, das „pros“ vorne dran kann vieles bedeuten: verstärkend aber auch wechselseitig. Das würde dann ergeben: Man schickt seine Wünsche zu Gott und tauscht sie aus gegen SEINE Wünsche. Es ist ein wechselseitiges Wünschen, ein Dialog von Wünschen. So findet man zu einer Einheit, einem Miteinander.

Also nochmal: Beten ist…

1) Dialog1 (nicht Monolog2 des Menschen!): ich rede zu Gott, und höre auch hin, was er sagt!

2) Wünsche äußern (beiderseitig)

3) Annäherung, bis hin zur Einheit der Dialogpartner

Daraus ergibt sich, dass ich nicht nur die ganze Zeit quatsche, sondern dass ich in die Stille3 gehe und auf Gottes Stimme höre. ER will auch mit mir reden!!!!

Ich soll ihm meine Anliegen nennen. Und er nennt mir seine.

Das können wir nicht nur ab und zu tun. Sondern das darf jederzeit passieren. Zur Gelegenheit und zur Ungelegenheit.

Wenn ein Vater zu seiner erwachsenen Tochter, die in einer schweren Krise steckt, sagt: „Ruf mich jederzeit an, wenn du mich brauchst!“ Dann fragt sie:“Auch nachts um 3 Uhr?“ „Ja, klar. Da braucht man doch am häufigsten jemanden zum Reden!“ „Danke, Papa!“

Ruf mich an ohne Unterlass, ohne Selbsteinschränkung!

Kommen wir zu der ‚erschreckenden‘ Forderung zurück: Betet ohne Unterlass! Soll ich „mehr“ beten?

NEE! Das ist keine Pflicht und kein Muss. Das ist mein gutes RECHT. Ich habe alle Privilegien, um mit dem höchsten König oder Chef, mit dem Eigentümer dieser Welt zu verhandeln! Ich habe alles RECHT, jederzeit bei ihm auf der Matte zu stehen, um alles zu besprechen, was mich bewegt. Welcher Arbeitnehmer kann das schon von sich behaupten, dass er JEDERZEIT, zu jeder Tages- und Nachtzeit, beim Chef klingeln darf und ein Meeting anberaumen kann?!

Das ist unser Privileg und darum unsere Lebenshaltung! Das fühlt sich doch anders an. Oder?

Betet ohne Unterlaß: Nutzt die Chance, die ihr habt und redet mit Gott über alles ohne falsche Bescheidenheit!! Und hört auch hin! Er sagt uns Gutes und Wertvolles! Jederzeit bereit. 😉

Anmerkungen:

1Wechselseitiges Gespräch, zwei oder mehrere Personen reden miteinander

2Einer allein redet, hält einen Vortrag

3 Will sagen: meine Umgebung tritt in den Hintergrund

PS: Das ist ein Auszug aus meiner Erklärung zu dem Thessalonicherbrief. Wer die Long Version lesen möchte unter BIBEL TUT NICHT WEH.

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